fei (schwäbisch)

Die schwäbische Sprache hält immer wieder Überraschungen bereit. Kürzlich sind meine Frau und ich mal wieder über den Begriff „fei“ gestoßen. Fei wird in vielen Sätzen gern mit eingeschoben, um diesen Nachdruck zu verleihen. „Des isch fei was wert. Do ka’sch fei was drauf geaba.“ oder ähnliches. Im Allgäu gab es den Begriff auch, aber ich habe ihn als Kind damals falsch verstanden und stattdessen immer „frei“ gesagt. Ich dachte damals, das käme von „freilich“.
Nun wollte ich es doch einmal genauer wissen. Dank des unendlichen Reichtums an Wissen im Internet sind wir auch gleich fündig geworden. Der Begriff entstammt dem deutschen Wort „feien“, welches laut Duden online von „veien“ = „nach Art der Feen durch Zauber schützen“ aus dem mittelhochdeutschen kommt.
Wenn wir nun also unsere Sätze mit dem Zusatz „fei“ stärken, dann sind unsere Aussagen vor allem Unbill gefeit (geschützt). Da macht es fei noch viel mehr Spaß, diesem Brauch nachzugehen…

PS: Auch in anderen Dialekten wird dieser Begriff verwendet: Sandy hat mir das z.B. für’s Erzgebirge bestätigt. 😀

Fliegen

Pilgerhut (Jakobsweg)

Vor einigen Jahren beschlossen wir mit ein paar Freunden, etappenweise den Jakobsweg zu bewandern. Nicht unbedingt, um nach Santiago de Compostela zu pilgern, sondern weil wir gerne wandern. Nun ist es ja so, dass es „den“ Jakobsweg eigentlich nicht gibt. Wollte man im Mittelalter zur Grabstelle des heiligen Jakobus reisen, so begann die Reise direkt vor der Tür und endete bei Santiago de Compostela. Heute soll nach einer europäischen Nomenklatur nur der letzte Abschnitt (Puente la Reina bis Santiago) im Norden Spaniens Jakobsweg genannt werden, alle übrigen Wege heißen demnach jetzt „Wege der Jakobspilger“. Wir sind demnach einen „Weg der Jakobspilger“ gelaufen, und auch nur ein kleines Stück, nämlich zwischen Christgarten und Neresheim. Eine sehr schöne Kirche (St. Sola Kirche) durften wir in Kösingen bewundern. Der Pfarrer führte uns sogar in das Zimmer hinter dem Altar, die Sakristei das damals noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich war. In der SchwäPo gab es dazu am 21.8.2013 einen Artikel, der aber leider nur für Abonnenten online zu lesen ist.

JakobsmuschelVielerorts sehen wir am Wegesrand heute beim Wandern die stilisierte Jakobsmuschel. Das Zeichen (oft in Verbindung mit einem gelben Pfeil, der die Richtung anzeigt) weist einem den richtigen Weg. Warum die Jakobsmuschel? Jeder Pilger, welcher sein Ziel erreichte, erhielt dort früher eine solche Muschel. Diese steckte er sich an den Pilgerhut oder die Pilgertasche oder an seinen Pilgerstock. Dadurch erkannten sich die Jakobspilger und auch Nicht-Pilger wussten, wer bereits den mühsamen Weg bis zur Grabstätte des heiligen Jakobus auf sich genommen hatte.
Zahlreiche Statuen und Gemälde des Mittelalters [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] zeigen Pilger mit breitkrempigen Hüten, an denen eine solche Muschel steckt. Bei manchen Gemälden, besser aber bei den Statuen kann man erkennen, dass die Hüte aus Filz gewesen sein mussten – eigentlich waren fast alle mittelalterlichen Hüte gefilzt. Das Material (Wasser, abgestandenem Urin und Schafwolle) war billig, die Herstellung bedurfte keiner weiteren Hilfsmittel wie bei vielen anderen Handwerkskünsten und das Ergebnis war wasserdicht und nahezu feuerfest.

Als meine Frau im Jahr 2005 die Filzkunst als Handwerk entdeckte, waren es vor allem mittelalterliche Hüte, die sie zum Erlernen desselben anspornten. Da ließ auch der erste Pilgerhut nicht lange auf sich warten. Inzwischen hat sie einige handgefilzte Pilgerhüte geschaffen. Besonders freue ich mich schon darauf, einige ihrer Hüte im Film „Die Pilgerin“ zu sehen, der momentan noch in Produktion ist. Hier sind ein paar ausgewählte Hüte abgebildet. Wer selbst auf Pilgerreise gehen will und noch eine Pilgerausrüstung sucht, kann einen der handgemachten Filzhüte auf der Filzseite Zauberreigen kaufen.

Erste Borte mit Rohseide

Nachdem meine Frau begonnen hatte, Filzhüte selbst zu filzen, stellten wir fest, dass Brettchenborten ganz schön teuer sind. Da es aber einige Anleitungen im Netz gibt und man nicht sonderlich viel außer den Brettchen und einem Schiffchen und natürlich dem Garn benötigt, habe ich beschlossen, das auch einmal zu probieren. Die erste Borte ist noch nicht perfekt, wobei auch das Material (selbstgefärbte Rohseide) nicht gerade sonderlich gut durch die Löcher in den Brettern läuft.

Trotzdem bin ich zufrieden. Vor allem die Farben der selbstgefärbten Seide (Krapp-Rot und Holunder-Blau) kommen sehr schön heraus. Es wird sicher nicht die letzte Borte bleiben.

Hier ein Bild der Borte:

Djembe

Die Djembe ist eine westafrikanische Trommel aus einem ausgehölten Baumstamm, der mit Ziegenfell bespannt ist. Die Djembe ist auch in Deutschland sehr beliebt, da sie über ein großes Klangrepertoir verfügt. Ich selbst bin einerseits über die Bauchtanzmusik meiner Frau, andererseits über das Mittelalterhobby und über die Musische Werkstatt der Universität Ulm auf die Djembe aufmerksam geworden. Die Gruppe Angaheym, gute Freunde von uns, benutzten für ihre Dudelsackmusik ebenfalls eine Djembe, da sie durch ihre Lautstärke den Dudelsäcken und Sackpfeifen standhalten konnte.

djembeBald musste eine Djembe her. Ich erkundigte mich bei Bekannten, die bereits Djemben besaßen, worauf man achten sollte. In Ulm bekam ich schließlich „meine“ Djembe, die mir nun schon über ein Jahrzehnt gute Dienste leistet. Selbst den Auftritt während meines Zivildienstes im integrierten Kindergarten hat sie gut überlebt.

Wer afrikanische oder orientalische Rhythmen liebt, wird mit einer Djembe glücklich werden. Ursprünglich waren diese Trommeln als Solo-Instrumente oder in Verbindung mit weiteren Djemben als Ensemble verwendet worden. Inzwischen wird die Djembe aber auch gern als Begleitung verwendet. Gerade in der Pseudo-Mittelalter-Musik wird das Instrument gern verwendet.

Die Filzseite meiner Frau

Im Jahr 2007 erfüllten meine Frau Inés und ich uns einen lange ersehnten Traum: an einem Mittelaltermarkt teilzunehmen. Inés hatte inzwischen so viel Übung mit dem Filzen erlangt, dass sie eine Filzstube für Kinder anbieten konnte. Auf Burg Katzenstein fand das Spektakel schließlich statt. Wir wurden von der Flut von Kindern überrannt, die alle mit uns filzen wollten und kamen kaum dazu, uns etwas zu Essen zu holen. Aber es hat uns beiden so viel Spaß gemacht, dass wir beschlossen, das öfter anzubieten.

Für die Präsentation der Filzarbeiten meiner Frau erstellte ich eine Homepage. Für das Design nahmen wir Filzstücke, die Inés extra dafür anfertigte. Inzwischen müssten wir sie mal überarbeiten. Aber als Erinnerung an all die gefilzten Blüten, Hüte und Taschen funktioniert die Seite noch sehr gut.
http://www.zauberreigen.de

Hier ein Link zur Seite:
Zauberreigen