Dissertation veröffentlicht

Endlich geschafft – meine Doktorarbeit ist veröffentlicht:

Die Dissertation mit dem Titel „Der Interaktionsprozess bei Tangible Interaction – Entwicklung und Analyse eines Interaktionsmodells – Richtlinien zur Verwendung beim Design“ ist erhältlich im Verlag Dr. Hut mit der ISBN 978-3-8439-0836-8.

Abstract
Tangible Interaction ist als Teilgebiet der Human Computer Interaction ein multidisziplinäres Gebiet. Seit den ersten Prototypen von Systemen mit Interfaces, welche durch ihre Verkörperung von digitalen Informationen in der Realität eine einfachere Möglichkeit der Manipulation darstellen, wuchs das Anwendungsgebiet fast explosionsartig.
Neuartige Technologien erlauben günstigere und kleinere Sensoren und größere Bildschirme, so dass immer neue Möglichkeiten für die Interaktion zwischen Mensch und Computer entstehen.
Diese Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines generischen Modells des Interaktionsprozesses von Tangible Interaction.
Mithilfe des Modells kann der Prozess auf kritische Stellen hin untersucht werden. Diese wiederum bieten einen Ansatz, um das Design von Tangible Interaction Systemen durch Designrichtlinien zu optimieren.

Hicksches Gesetz / Gesetz von Hick

William Hick (ein britischer Psychologe) untersuchte in den 50er Jahren die Geschwindigkeit des Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsprozesses. Bei seinen Experimenten stellte er die Aufgabe, eine bestimmte Information aus einer Liste von Informationen auszuwählen. Er maß Änderung der Selektionsdauer, wenn die zu durchsuchende Liste vergrößert wurde [1]. Die Auswertungen der Experimente ergaben eine logarithmische Kurve, die er mit folgender Formel für die Entropie der Entscheidung annähern konnte:

Formel im MathML Format (nicht in allen Browsern funktionsfähig):

H=inpilog2(1pi+1)

Formel als Image-Datei:

Die Entropie H ergibt sich aus der Summe der Wahrscheinlichkeiten (pi) der möglichen Auswahlen (i) multipliziert mit einem logarithmischen Wert (wobei n die Anzahl der Möglichkeiten darstellt). Der Logarithmus deutet dabei auf die Tatsache hin, dass wir Menschen in Listen nicht linear suchen. Wir versuchen vielmehr, diese in Kategorien zu gliedern. Dadurch können wir in jedem Schritt die Hälfte der Möglichkeiten ausschließen.

Bemerkung:
In der HCI wird das Hicksche Gesetz z.B. dafür verwendet, verschiedene Menüaufteilungen in grafischen Benutzeroberflächen zu vergleichen und entscheiden zu können, welche am effektivsten ist.

[1]: William Edmund Hick. On the rate of gain of information. Quarterly Journal of Experimental Psychology, 4(1):1126, 1952.

Publikationen

  • M. Hermann:
    Der Interaktionsprozess bei Tangible Interaction – Entwicklung und Analyse eines Interaktionsmodells – Richtlinien zur Verwendung beim Design, doctoral thesis, 2013.
  • M. Hermann and M. Weber:
    When Three Worlds Collide: A Model of the Tangible Interaction Process
    In Proceedings of the 21st OZCHI Conference, Melbourne, 2009.
    [PDF] [BIBTEX]
  • J. Elsholz, G. de Melo, M. Hermann and M. Weber:
    Personalizable Ambient Fixture
    To be published in the Pervasive and Mobile Computing (PMC) Journal, 2008.
  • J. Elsholz, M. Hermann, G. de Melo and M. Weber:
    Personalizable Ambient Fixtures
    In Proceedings of the 4th IET International Conference on Intelligent Environments,
    The Institution of Engineering and Technology, London, 2008.
  • M. Weber and M. Hermann:
    Advanced Hands and Eyes Interaction
    In Handbook of Research on Ubiquitous Computing for Real Time Enterprises,
    Information Science Reference, January 2008, 445-469
    [BIBTEX]
  • M. Hermann, T. Mahler, G. de Melo and M. Weber:
    The Tangible Reminder
    In Proceedings of the 3rd IET International Conference on Intelligent Environments,
    The Institution of Engineering and Technology, London, 2007, 144-151
    [PDF] [BIBTEX]
  • S. Schlott, M. Hermann, C. Nikolopoulos and M. Weber:
    Docs ’n Drugs – Fallorientierte, webbasierte Aus- und Weiterbildung in der Medizin
    8. DVMD-Tagung, April 2004, 39-43
    [PDF] [BIBTEX]
  • M. Hermann, E. Himmelsbach, A. Seitz and M. Weber:
    Ein Laborwerkzeug für Klinische Medizin am Beispiel von Docs ’n Drugs Rechnergestützte Lehr- und Lernsysteme in der Medizin,
    Shaker Verlag Aachen, 2003
    [PDF] [BIBTEX]

Forschungsinteressen

  • Human Computer Interaction
  • Alternative User Interfaces
  • Tangible Interaction
  • Ambient Information Systems
  • Attentiveness and Affectiveness in User Interfaces
  • Ubiquitous Computing and Calm Technology
  • Multimodal Interaction and Design
  • Interaction Design